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Wer wegguckt, kann nicht zuhören – frischreif

Wer wegguckt, kann nicht zuhören

Vor kurzem gingen die Bilder vom WEF in Davos um die Welt. Dort sah man Menschen, deren Blick fixiert war auf Smartphones oder Tablets. Geht es nicht in Davos ums Netzwerken? Bei Debatten im deutschen Bundestag sieht man, wie Politiker/innen lässig an ihrem Smartphone rumwerkeln, während vorne jemand eine Rede hält. Sind wir eigentlich noch zu retten?

Geistesabwesenheit oder Zerstreutheit ist kein neues Phänomen. Manchmal ist man in Gedanken einfach woanders und nicht da, wo man physisch ist – der Geist ist eben mal abwesend gewesen. Dass der abwesende Geist nicht zuhören kann, scheint logisch. Ablenkung stört damals wie heute den Kommunikationsprozess. Wenn wir nicht interessiert sind an dem, was unser Gesprächspartner erzählt, hilft alles nichts. Wir schweifen in Gedanken ab und tun nur noch so, als würden wir zuhören. Man kann trotzdem ab und zu mittels Floskeln wie „Ach!“, „Interessant!“ oder „Was du nicht sagst!“ Aufmerksamkeit vortäuschen. Sich einfach aus dem Gespräch auszuklinken und zu sagen „Sorry, aber ich möchte mich nebenbei auch noch mit anderen Dingen beschäftigen als mit dir“ würde allerdings als grob unhöflich gelten und einer Provokation gleichkommen. Doch ist die Botschaft, die man aussendet, wenn man während eines Gesprächs mit real anwesenden Personen parallel Smartphone und Tablets benutzt, nicht die gleiche?

In einer amerikanischen Umfrage haben 13% der Befragten gesagt, dass sie schon mal das Handy dazu benutzten, um ein persönliches Gespräch zu vermeiden. Andererseits haben 45% ihr Mobiltelefon dazu benutzt, eine Person im nächsten Raum anzurufen, statt hinüberzugehen und das Gespräch von Angesicht zu Angesicht zu führen. Generell würden 40% eher ein Gespräch am Mobiltelefon führen, als dem Gesprächspartner gegenüberzutreten, ausser es handelt sich um die Vereinbarung eines Rendezvous – dann wollen immer noch sieben von zehn ganz konventionell miteinander reden.

Scheue Leute kommunizieren gerne per Handy, wenn es um Herzensangelegenheiten geht, Festtags- und sonstige Wünsche an Bekannte und Verwandte werden vermehrt elektronisch verschickt, seit es Smartphones gibt und viele Geschäftsleute geben an, dass sich mittels der kleinen digitalen Helfer Kosten senken und Umsätze steigern lassen. Durchaus positive Auswirkungen also.

Die Allgegenwart der Smartphones ist Teil unseres Alltags geworden und sie treibt seltsame Blüten. Bei jeglichen Formen von Social Events, im Kino, im Konzert, im Theater, im Restaurant – überall muss das Smartphone dabei sein und in regelmässigen Abständen „gecheckt“ werden. In Lehrveranstaltungen an der Fachhochschule starren Studierende ganz unverblümt auf ihre kleinen Bildschirme, während sich die Professorin oder der Professor vorne mit viel Engagement mit der Vermittlung von Lerninhalten abmüht. „Das machen ja alle!“ ist die Antwort, falls sich eine Lehrperson mal darüber aufregt. Und: „Ich höre sehr wohl zu, auch wenn ich auf mein Handy schaue.“

Wie geht man damit um? Darf man sagen, dass es einen stört, wenn beim Abendessen am schön gedeckten Tisch alle ihr Smartphone dezent neben dem Gedeck platzieren?
Falls man sich nicht als komplett altmodische Person outen will, traut man sich kaum, seine Zuhörerschaft aufzufordern, die Handys abzuschalten und wegzulegen. Doch altmodisch ist ja nicht gleichbedeutend mit schlecht. Ich finde, es lohnt sich, bei ein paar altmodischen „Anstandsregeln“ zu bleiben.

Selbst wenn es so wäre, dass der heutige Mensch neben der permanenten Unterhaltung durch das Medium Smartphone auch noch zuhören könnte, verändert seine Gegenwart die Kommunikationssituation. Wer mit oder zu einem Gegenüber spricht, der ein Handy in der Hand hält, nimmt automatisch an, dass seine Botschaft nicht oder nur ungenügend gehört wird. Also gibt er oder sie sich auch keine Mühe mehr, etwas zu vermitteln und spult – im schlimmsten Fall – seine Inhalte ohne Überzeugung ab. Das Gesagte wird uninteressant und die Kommunikation bricht zusammen. Man glaubt schlicht und einfach nicht, dass noch zugehört wird und das allein verhindert schon die erfolgreiche Vermittlung von Inhalten.

„The medium is the message“, sagte vor Urzeiten schon Marshall McLuhan und das trifft nun auf das Smartphone so zu, wie auf kaum etwas anderes. Die blosse sichtbare Präsenz dieses Dings signalisiert schon die immerwährende Bereitschaft, geistig woanders zu sein als hier. Nicht zuhören zu wollen. Wer sich dessen bewusst ist, lässt das Teufelsding, wo es ist und nimmt es bestimmt nicht permanent in die Hand. Vorausgesetzt, er oder sie will zuhören.

Ich bleibe dabei: Wer wegguckt, kann nicht zuhören. Das ist zwar in, aber man begibt sich damit ins kommunikative Aus.

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